Was macht einen Weltmeister aus?

Im März 2005 hat Klaus Starflinger seinen Weltmeister in der offenen Klasse Dawson City erfolgreich verteidigt! Es ist schwer einen Weltmeister-Titel zu holen, aber es ist noch schwieriger diesen zu verteidigen. Viele Musher wollen es wissen, wie Klaus Starflinger das geschafft hat, um von seiner Erfahrung zu lernen.

Die Grundvoraussetzung für den Erfolg im Rennsport sind gute Rennhunde. Gute Rennhunde sind gesunde Hunde mit einer gesunden Erbanlage, einem ausgeglichenen, freundlichen Wesen und einem ausgeprägten Laufwillen. Ein erfolgreiches offenes Team formt man nicht über Nacht, sondern es wächst mit der Zeit zusammen, so Klaus Starflinger. Die Basis für sein Team bildeten vor 6 Jahren Hunde von Egil Ellis, der vor einigen Jahren nach Alaska übersiedelte. Heute setzt Klaus Starflinger nur auf seine eigene Zucht. Er glaubt, dass es nicht genügt, gute und teuere Hunde zu kaufen oder zu züchten (Beispiele gibt dafür es genug). In seinem Kennel leben zurzeit 31 Hunde, inklusive Oldies und Welpen. Zu keiner Zeit hatten die Starflingers mehr als 35 Hunde und diese Anzahl wollen sie auch nicht überschreiten. Die überschaubare Anzahl erlaubt, Zeit für jeden einzelnen Hund zu nehmen und eine enge Beziehung sicherzustellen. Alle Hunde werden auf die Reisen mitgenommen. Die Hunde sollen immer glücklich sein und keiner soll sich zurückgesetzt fühlen. Es gab schon Zeiten, da hatte Klaus Starflinger mehr Oldies als Rennhunde. In Gafsele, Schweden, trainierten die Starflingers schon ein 8-Hunde-Team mit 80 Jahren (ohne Musher).

Auch züchten die Starfligners nicht unbedingt jedes Jahr. So ist es möglich, eine relativ kleine Hundeanzahl für einen Open-Musher zu realisieren. Die Hunde sollen ein glückliches Leben führen, das ist die oberste Prämisse von den Starflingers. Dazu gehören viel Zeit, Einfühlungsvermögen, richtiges Training, gute Ernährung und Liebe. Die Hunde leben meist zu zweit in einem Zwinger, so werden eventuell aufkommende Missstimmungen von Haus aus vermieden.

Jeden Tag haben sie zusammen mit Klaus Starflinger mindestens 3-4 Stunden Auslauf (ohne Training). In dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass Harmonie und Teamgeist im Rudel gebildet werden. Diese Harmonie muss aber nicht nur zwischen den Hunden, sondern auch zwischen dem Musher und den Hunden funktionieren. Allein durch Stimmungen, Gesten oder Bewegungen herrscht im Team ein Verstehen untereinander. Dies benötigt natürlich viel Zeit und die Fähigkeit, die Hunde und Situationen richtig einschätzen zu können. Diese Harmonie ist später wichtig um ein „zusammengeschweißtes“ Team vor dem Schlitten zu haben und nicht nur lauter Einzelkämpfer. Außerdem gibt es so gut wie kein Schreien oder laute Worte. Zurechtweisung erfolgt durch die Stimmlage und ein bestimmtes „No“. Auch im Training wird grundsätzlich gelobt und bei Pausen viel gestreichelt und bestätigt. Es ist fast nie nötig, die Hunde zu tadeln. Dieser Hundetyp ist im Grunde sehr einfach. Sie wollen alles nur richtig machen und dafür Lob kassieren. Ist es denn eigentlich so schwer zu begreifen, was ein Hund braucht? Ein Hund will keine Medaillen, Preise oder Geld. Er will Liebe und Spaß. „Und das ihm richtig zu vermitteln ist unsere Aufgabe“, so Klaus Starflinger. Dann wird er alles daran setzen, sogar über sich hinauszuwachsen und nicht nur die Pflicht, sondern auch die Kür zu präsentieren. „Ich will auch keine dressierten Zirkuspferde einspannen. Ich will Hunde, die in der Lage sind selbstbewusst und selbstständig zu denken und zu handeln und im Zweifelsfall eigene Entscheidungen in unserem Sinne zu treffen und durchführen zu können. Auch hier ist die Basis „Vertrauen“ das allerwichtigste.“ – sagt Klaus Starflinger.

Bereits in der Kinderstube fängt daher die Arbeit an. Die ersten 4 Wochen sind die Welpen im Haus. Schon in dieser Zeit ist es sehr wichtig, viel mit ihnen zu reden, zu schmusen, Kontakt aufzubauen. Klaus Starflinger bemüht sich, dass die Welpen ihn, seine Stimme und sein Verhalten schon in der Prägephase als Dokument für ihr weiteres Leben in sich aufnehmen. Sie hören bereits mit 5-6 Wochen auf Ihre Namen und kommen, sobald ich sie rufe. Diese Phase ist sehr zeitintensiv, aber extrem wichtig. Mit ca. 8 Wochen lernen sie ihr Rudel kennen und kommen in die Sozialisierungsphase. Da Klaus Starflinger nur Hunde mit einem gesunden Sozialverhalten habe, ist dies für sie überhaupt kein Problem. Aufpassen muss man nur, wenn die Großen im Eifer des Gefechtes, z.B. einen Schmetterling jagen und die Kleinen versehentlich unter die Räder kommen. Aber sie kapieren schnell im Jagdeifer das Feld zu räumen und zu warten, bis der Anfall bei den Großen vorbei ist.

Beim Antrainieren im Alter von ca. 6 Monaten, gibt es ab und zu mal einen Problemhund, der einfach nicht versteht, was man von ihm will. Hier sollte man keinesfalls mit Gewalt nachhelfen. Die Starflingers arbeiten den Sommer über mit diesem Hund ganz in Ruhe. Die besten Erfahrungen haben sie gemacht, zu zweit diverse Übungen zu absolvieren. Am Anfang gehen sie z.B. spazieren. Einer, mit einem Hund voraus, der andere mit dem Problemhund im Geschirr, hinterher. Ziehen kommt dann ganz von selbst, dann nebeneinander das gleiche Spiel. Geht das ganz gut, fangen sie an das Ganze mit dem Fahrrad zu wiederholen. Wieder einer voraus, der anderen mit Problemhund hinterher. Später funktioniert das ganze schon im Duo. Und wie immer: Loben, Loben, Loben! Auf jeden Fall erst dann in ein kleineres Team einbauen. Im Zweifelsfall in Lead (ohne Neckleine), aber dann wieder eine Person voraus, die lockt. Klaus Starflinger hat öfter die Erfahrung gemacht, dass das Problem die Neckleine, aber nicht das Ziehen selbst ist. Durch viele Wiederholungen wird der Hund irgendwann sicher und Spaß an der Sache finden, wenn er merkt, dass ihm nichts passiert.

Und wenn jetzt einige der Meinung sind, es ist im Grunde sowieso ganz einfach Weltmeister zu werden, sollen sie es einfach mal selbst probieren. Viele gute ambitionierte Hunde wurden durch unsachgemäßes Training oder Handling kaputt gemacht. Oder einfach die Motivation, sprich „der Kopf“, für ein oder zwei Jahre ausgenutzt, dann ist der Hund ausgebrannt. Das ist nicht die Art der Starflingers. Sie legen Wert darauf, solange wie möglich die Hunde im Team zu fahren und auch von ihrer Erfahrung zu profitieren. Auch wenn die Starflingers ihre Ausfälle und Probleme haben, müssen sich beide durch die geringe Anzahl an Rennhunden ganz besonders intensiv um die Vierbeiner kümmern. Was dem Team in der Regel aber wieder zugute kommt.

Also – nicht nur Masse sondern Klasse! Und es ist immer leichter die Fehler beim Hund zu suchen, nur nicht bei sich selbst.

Die Gesundheit der Rennhunde ist von außerordentlicher Bedeutung, da sie wie Leistungssportler hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind. Dabei spielt die richtige Ernährung eine besondere Rolle. Klaus Starflinger schwört seit mehreren Jahren auf Eukanuba. Die Hunde sind das ganze Jahr fit, gesund und ausgeglichen. Sie fressen Eukanuba sehr gerne und haben eine optimale Verdauung. Dies ist besonders auf den Rennen sehr wichtig. Denn es kann nichts Schlimmeres geben, dass die Hunde entweder Durchfall bekommen oder sehr große Kotmengen absetzen. Dann dauern die Pausen ja länger. Oder ein Leithund bleibt plötzlich stehen und der Renn-Rhythmus wird durcheinander gebracht. Das Besondere an Eukanuba ist, dass man mit einer verhältnismäßig geringen Menge Futter auskommt. Dadurch wird der Hund nicht zusätzlich belastet und die Kotmengen sind gering. Außerdem ist es nicht notwendig, irgendwelche „Wunderpulver“ dazu zu füttern, denn verschiedene Eukanuba Produkte decken vollständig die Ernährungsbedürfnisse von Rennhunden sowohl in der Trainings- als auch in der Rennsaison. Da Eukanuba die wichtigsten Körperfunktionen des Hundes unterstützt, können auch die Tierarztkosten minimal gehalten werden.

Klaus Starflinger ist bereits mit den Vorbereitungen auf die nächste Saison beschäftigt. Jedes Jahr im November fährt er nach Schweden, wo in Gafsele im Sommer 2004 ein Trainingscamp ausgebaut wurde. Während des Aufenthalts in Alaska nutzte Klaus Straflinger Zeit, um seine Wanda von Egil Ellis’ Timmie decken zu lassen.

Share it!
  • Print
  • PDF
  • email
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Live
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • Ping.fm
  • RSS
  • Twitter
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yahoo! Buzz

Kommentieren

Events
  • Aktuell keine Events geplant